Duschabtrennung: Glas oder Kunststoff im direkten Vergleich

Bei der Badsanierung wird die Duschabtrennung gern ans Ende geschoben. Erst kommen Leitungen, Abdichtung, Fliesen und Armaturen – und wenn dann noch Geld und Nerven übrig sind, soll schnell eine Kabine in die Ecke.

Duschabtrennung: Glas oder Kunststoff im direkten Vergleich

Genau an dieser Stelle wird allerdings oft am falschen Ende gespart. Denn ob die Duschwand aus Echtglas oder Kunststoff besteht, entscheidet nicht nur über die Optik, sondern auch über Pflege, Montage, Haltbarkeit und den täglichen Ärger mit Kalk.

Der direkte Duschabtrennung-Glas-oder-Kunststoff-Vergleich fällt deshalb nicht mit einem pauschalen Sieger aus. Echtglas ist in den meisten dauerhaft genutzten Bädern die grundsolide Lösung. Kunststoff kann aber beim Nachrüsten, bei leichten Untergründen oder einem engen Budget durchaus die vernünftigere Wahl sein. Man muss nur wissen, wo die jeweiligen Baustoffe ihre Stärken haben – und wo sie anfangen, einem auf der Baustelle die Laune zu verderben.

Echtglas oder Kunststoff: Die beiden Materialien im Kern

Bei Duschabtrennungen aus Glas kommt überwiegend Einscheiben-Sicherheitsglas zum Einsatz, kurz ESG. Übliche Glasstärken liegen bei 6, 8 oder 10 Millimetern. Für besonders anspruchsvolle Konstruktionen kann auch Verbundsicherheitsglas verwendet werden; eine typische Ausführung liegt hier bei 8,76 Millimetern.

Kunststoffabtrennungen bestehen meist aus Acrylglas, also PMMA, oder aus Polystyrol. Im Handel wird häufig von Kunstglas gesprochen. Das klingt zunächst nach einer einheitlichen Materialgruppe, ist es aber nicht ganz. Die Platten unterscheiden sich bei Oberfläche, Steifigkeit, Kratzempfindlichkeit und Reaktion auf Reinigungsmittel.

Der wichtigste Unterschied ist schnell erklärt: Glas bleibt bei normaler Nutzung länger klar und formstabil, bringt aber deutlich mehr Gewicht auf die Waage. Kunststoff ist leichter und oft günstiger, verzeiht bei der Montage manches – nimmt einem die tägliche Reinigung und unsachgemäße Behandlung aber nicht immer so gelassen ab.

EigenschaftEchtglas aus ESGKunststoff aus Acrylglas oder Polystyrol
Übliche Ausführung6, 8 oder 10 mm ESG, alternativ VSGKunststoffplatten in verschiedenen Stärken und Dekoren
OptikKlar, hochwertig, dauerhaft transparentKlar, satiniert, strukturiert oder gemustert
GewichtHoch, Beschläge und Wandanschlüsse werden stärker belastetDeutlich geringer, günstig für leichte Konstruktionen
KratzempfindlichkeitIm Alltag vergleichsweise unempfindlichKratzer entstehen leichter, besonders bei falscher Reinigung
PflegeGlatte Flächen lassen sich gut abziehen und reinigenJe nach Oberfläche unkompliziert bis mühsam
BruchverhaltenESG zerfällt in kleine, weitgehend stumpfe KrümelKein Glasbruch, aber Riss- und Beschädigungsrisiko
AnschaffungMeist teurerTeils bis zu 50 Prozent günstiger als ESG
Wirkung im BadStabil, ruhig und hochwertigLeicht, funktional, je nach Dekor weniger edel

Die Norm DIN EN 14428 legt Anforderungen an Duschabtrennungen fest. Sie ersetzt aber nicht die saubere Planung vor Ort. Eine normgerechte Tür hängt trotzdem nicht ordentlich, wenn der Boden Gefälle hat, die Wand krumm ist oder der Monteur die Befestigung nur nach Augenmaß setzt. Norm ist das Fundament – kein Freibrief für Pfusch.

Sicherheitsaspekte: Was ESG-Glas wirklich leistet

Einscheiben-Sicherheitsglas wird thermisch vorgespannt. Dadurch ist es widerstandsfähiger gegenüber mechanischen und thermischen Belastungen als herkömmliches Flachglas. Unzerstörbar ist es selbstverständlich nicht. Wer mit Gewalt an einer Kante arbeitet oder einen harten Gegenstand gezielt auf das Glas schlägt, kann auch ESG beschädigen.

Der entscheidende Sicherheitsvorteil liegt im Bruchverhalten. Wenn ESG bricht, zerfällt es in viele kleine, weitgehend stumpfe Krümel. Das reduziert die Verletzungsgefahr im Vergleich zu normalem Flachglas deutlich. Eine scharfkantige große Glasscherbe, wie man sie aus alten Fensterscheiben kennt, ist bei ESG nicht das typische Szenario.

Trotzdem bleiben die Randbereiche und Bohrungen sensible Punkte. Glas ist in der Fläche stark, an Kanten und bei unsauber ausgeführten Ausschnitten aber deutlich weniger nachsichtig. Deshalb werden Bohrungen, Aussparungen und Kanten bereits bei der Glasfertigung eingebracht. Nachträglich auf der Baustelle mal eben ein Loch setzen? Bei ESG ist das keine Option.

Das hat praktische Folgen für die Planung:

  • Die genaue Position von Wandprofilen, Scharnieren und Griffen muss vor der Bestellung feststehen.
  • Unebene Wände brauchen Ausgleichsmöglichkeiten über Profile oder spezielle Beschläge.
  • Der Untergrund muss tragfähig sein, besonders bei schweren Festteilen und Drehtüren.
  • Die Glasunterkante darf nicht auf dem fertigen Boden aufsetzen oder bei Bewegungen an Fliesen scheuern.
  • Beschläge müssen zur Glasstärke passen und sauber ausgerichtet werden.

Eine Duschwand aus Echtglas wirkt oft filigran, ist aber kein leichtes Bauteil. Eine große 8-Millimeter-Scheibe bringt ordentlich Last in die Konstruktion. Bei einer massiven, sauber befestigten Wand ist das in der Regel kein Problem. Im Altbau mit bröseligem Putz, Hohlräumen und unbekanntem Wandaufbau sieht die Sache anders aus. Dort muss zuerst der Untergrund auf den Tisch, bevor man über rahmenlose Eleganz spricht.

Echtglas ist nicht deshalb die bessere Lösung, weil es schicker aussieht, sondern weil es bei richtiger Montage viele Jahre ruhig seinen Dienst tut.

Kunststoff bei Gewicht und Nachrüstung: leichter, aber nicht sorglos

Kunststoff hat auf der Baustelle einen ganz handfesten Vorteil: Das Material ist deutlich leichter. Dadurch werden Profile, Beschläge und Wandbefestigungen weniger statisch gefordert. Das kann bei einer Nachrüstung im Bestand den Unterschied machen, wenn die vorhandene Wand keine große Last aufnehmen soll oder die Konstruktion ohne umfangreiche Verstärkung auskommen muss.

Gerade bei einer kleinen Badmodernisierung kann eine Kunststoff-Duschabtrennung praktisch sein. Vielleicht bleiben alte Fliesen liegen, vielleicht ist der Untergrund nicht überall so gerade, wie es ein Prospekt gern hätte. Eine leichtere Kabine lässt sich in solchen Situationen oft einfacher handhaben und justieren. Das bedeutet nicht, dass Kunststoff jede bauliche Unordnung wegzaubert. Eine krumme Wand bleibt krumm. Aber die Konstruktion bringt weniger Eigengewicht und damit weniger Belastung in die Befestigung.

Auch beim Transport und beim Einbau ist Kunststoff unkomplizierter. Die Platten lassen sich leichter bewegen, und das Risiko, beim Tragen eine Fliesenkante oder einen Türrahmen zu beschädigen, ist geringer. Bei engen Bädern, verwinkelten Altbaugrundrissen oder einer Montage im bewohnten Haus ist das kein Nebenthema.

Allerdings hat geringes Gewicht auch eine Kehrseite. Kunststoff wirkt je nach Ausführung weniger steif und weniger satt als 6 oder 8 Millimeter ESG. Profile übernehmen dann einen größeren Anteil an der Stabilität. Wird an den Profilen gespart oder werden sie nicht sauber befestigt, fühlt sich die Abtrennung schnell klapprig an. Das ist kein Materialgesetz, sondern meistens ein Zusammenspiel aus dünner Platte, einfachen Beschlägen und hastiger Montage.

Bei der Auswahl sollte man daher nicht nur auf den Preis der Platte schauen. Entscheidend ist das komplette System aus:

  • Wandprofilen und Ausgleichsmöglichkeiten,
  • Türbändern oder Rollen,
  • Griffen und Dichtungen,
  • Befestigungsmitteln,
  • Unterkonstruktion und Anschluss an Boden oder Duschwanne.

Eine günstige Kunststoffkabine mit schwachen Rollen kann am Ende mehr Nerven kosten als eine solide, etwas teurere Ausführung. Umgekehrt ist eine schwere rahmenlose Glaskonstruktion im Altbau nicht automatisch ein Qualitätsgewinn, wenn die Wand dafür erst aufwendig ertüchtigt werden müsste.

Pflegeaufwand und Hygiene: Glatt gewinnt meistens

Im täglichen Betrieb zeigt sich der Unterschied zwischen Glas und Kunststoff schneller als im Ausstellungsraum. Wasser, Kalk, Seifenreste und Hautfett setzen jeder Duschabtrennung zu. Die Frage ist also nicht, welches Material niemals schmutzig wird – das gibt es nur in der Werbung –, sondern welches sich mit vertretbarem Aufwand sauber halten lässt.

Glatte Glasflächen haben dabei einen klaren Vorteil. Nach dem Duschen mit einem Abzieher über die Scheibe zu gehen, nimmt einen großen Teil des Wassers herunter. Je weniger Wasser antrocknet, desto weniger Kalk bleibt zurück. Auch bei Kunststoff funktioniert dieses Prinzip, doch die Oberfläche kann schneller feine Kratzer annehmen. Diese kleinen Beschädigungen sind nicht nur optisch störend. In ihnen können sich Rückstände festsetzen, die sich später schwerer entfernen lassen.

Acrylglas beziehungsweise PMMA reagiert außerdem empfindlich auf bestimmte Reinigungsmittel. Produkte mit Aceton, Alkohol oder anderen Lösungsmitteln können Spannungsrisskorrosion und Trübungen verursachen. Wer also den Glasreiniger aus dem Putzschrank nimmt, ohne auf die Materialfreigabe zu schauen, kann eine Kunststoffwand langsam ruinieren. Das passiert nicht unbedingt beim ersten Wischen. Gerade deshalb wird es gern übersehen.

Bei Echtglas ist die Auswahl der Reinigungsmittel ebenfalls nicht völlig egal, aber das Material ist im normalen Alltag robuster. Auf aggressive Scheuermittel, harte Schwämme und kratzende Werkzeuge sollte man trotzdem verzichten. Kalk lässt sich nicht besser entfernen, nur weil man mit mehr Gewalt arbeitet. Man verteilt dann höchstens die Kratzer gleichmäßig über die Fläche.

Strukturierte Kunststoffoberflächen sind ein Sonderfall. Dekore mit Tropfenmustern oder reliefartigen Vertiefungen lassen Wassertropfen optisch weniger auffallen. Das Bad sieht nach dem Duschen länger ordentlich aus – zumindest aus zwei Metern Entfernung. In den Vertiefungen können sich aber Kalk und Seifenreste sammeln. Dann wird aus dem pflegeleichten Tarnmuster eine kleine Reinigungsarbeit mit Bürste und Geduld.

So unterscheiden sich die Oberflächen im Alltag

1. Klares, glattes Glas lässt sich am einfachsten mit Abzieher und weichem Tuch pflegen. Kalk ist sichtbar, aber die Fläche bleibt bei regelmäßiger Reinigung gut zugänglich.

2. Klares Kunststoffglas wirkt zunächst ähnlich wie Echtglas, zeigt feine Kratzer jedoch eher. Reinigungsmittel müssen ausdrücklich für die jeweilige Kunststoffoberfläche geeignet sein.

3. Satiniertes oder mattiertes Glas kann Kalk optisch teilweise kaschieren. Die Reinigung wird dadurch nicht überflüssig; Rückstände sitzen nur weniger auffällig auf der Oberfläche.

4. Strukturiertes Kunststoffglas versteckt Tropfen und Spritzer, besitzt aber mehr Stellen, an denen sich Rückstände festsetzen können.

5. Rahmenreiche Konstruktionen haben mehr Dichtungen, Übergänge und Ecken als eine großzügige, glatte Festverglasung. Das Material allein entscheidet also nicht über den Pflegeaufwand.

Der Begriff „pflegeleicht“ ist bei Duschabtrennungen mit Vorsicht zu genießen. Eine glatte Wand mit schlecht entwässertem Profil bleibt ein kleines Feuchtbiotop. Wasser muss ablaufen können, Dichtungen müssen erreichbar bleiben, und die unteren Profilbereiche dürfen nicht so gebaut sein, dass man nur mit einer Zahnbürste hineinkommt.

Kosten bei der Badsanierung: Nicht nur den Kaufpreis rechnen

Kunststoff ist bei der Anschaffung häufig günstiger. Je nach Ausführung kann der Preisvorteil gegenüber einer Duschabtrennung aus ESG bis zu 50 Prozent betragen. Das klingt zunächst eindeutig. Bei einer Badsanierung sollte man den Vergleich aber nicht an der Produktpreisliste beenden.

Die tatsächlichen Kosten setzen sich aus Material, Beschlägen, Profilen, Aufmaß, Montage und möglichen Anpassungen am Bestand zusammen. Eine einfache Kunststofflösung kann beim Nachrüsten preislich attraktiv sein, weil sie leicht ist und mit weniger aufwendigen Beschlägen auskommt. Eine maßgefertigte Kunststoffabtrennung mit hochwertigen Profilen und Sondermaßen kann dagegen deutlich näher an einer Glaslösung liegen, als man zunächst erwartet.

Bei Echtglas kommen häufiger zusätzliche Positionen hinzu:

  • Aufmaß bei schiefen oder nicht rechtwinkligen Wänden,
  • Sonderanfertigungen bei Nischen und Dachschrägen,
  • stärkere Beschläge und tragfähige Befestigungen,
  • aufwendigere Transporte und Montage,
  • Anpassungen an vorhandene Fliesen oder Duschwannen.

Dafür hält eine solide Glasabtrennung bei normaler Nutzung und vernünftiger Pflege lange ihre optische Qualität. Kunststoff kann ebenfalls viele Jahre funktionieren, ist aber empfindlicher gegenüber Kratzern und ungeeigneten Reinigern. Wer die Duschkabine in einer vermieteten Wohnung, einem stark genutzten Familienbad oder einer Ferienimmobilie einbaut, sollte diesen Unterschied nicht kleinrechnen.

Die billigste Lösung ist auf der Baustelle ohnehin selten die günstigste. Wenn eine Tür nach kurzer Zeit schleift, Rollen verschleißen, Dichtungen schlecht schließen oder sich Profile nicht mehr reinigen lassen, wird aus dem kleinen Sparbetrag schnell eine dauerhafte Störung.

Beim Nachrüsten zählt nicht nur, was die Duschabtrennung kostet. Entscheidend ist, was sie im fertigen Bad an Aufwand, Pflege und Reparaturen nach sich zieht.

Montage im Bestand: Hier entscheidet der Untergrund

Eine Duschabtrennung wird an Wänden, Boden oder Duschwanne befestigt. Diese Flächen sind im Neubau vielleicht sauber geplant, im Bestand aber oft eine Wundertüte. Hinter Fliesen können sich alte Kleberreste, Hohlstellen, unterschiedliche Wandaufbauten oder stillgelegte Leitungen verbergen. Wer ohne Prüfung bohrt, hat schnell mehr als ein kleines Befestigungsloch produziert.

Leichte Kunststoffelemente bieten bei schwierigen Untergründen einen praktischen Spielraum. Trotzdem müssen auch sie dauerhaft befestigt werden. Eine Duschwand darf nicht nur deshalb wackeln, weil sie weniger wiegt. Wasser findet jede Schwachstelle, und Bewegung arbeitet an Dichtungen und Fugen weiter.

Bei Glas sind die Anforderungen an die Befestigung höher, weil die Scheiben und Türen mehr Gewicht einbringen. Besonders bei rahmenlosen Lösungen muss die Wand ausreichend tragfähig sein. Die Beschläge übertragen Kräfte punktuell. Ein massiver Untergrund oder eine passende Verstärkung ist hier deutlich wichtiger als bei einer leichten Profilkonstruktion.

Auch die Geometrie des Raumes spielt eine Rolle. Alte Bäder sind selten so gerade, wie es die Fliesenfugen vermuten lassen. Wände können aus dem Lot laufen, Ecken können abweichen, und Duschwannen liegen nicht immer vollkommen waagerecht. Profile mit Verstellbereich helfen, haben aber Grenzen. Ist die Abweichung größer, braucht es ein angepasstes Aufmaß oder eine andere Konstruktion.

Vor der Bestellung sollte deshalb geklärt werden:

  • Welche Wand trägt die Befestigung tatsächlich?
  • Sitzen die Fliesen fest oder gibt es Hohlstellen?
  • Wie groß sind die Abweichungen von Lot und Winkel?
  • Wird auf einer Duschwanne oder auf gefliestem Boden montiert?
  • Wo kann Wasser stehen bleiben?
  • Sind vorhandene Leitungen im Bohrbereich bekannt?
  • Lässt sich die Tür in die gewünschte Richtung öffnen?
  • Gibt es genug Bewegungsfläche vor der Dusche?

Gerade der letzte Punkt wird gern übersehen. Eine schwere Glastür kann im kleinen Bad an Waschbecken, Heizkörper oder Möbel schlagen. Eine Schiebetür spart Schwenkraum, bringt aber mehr Rollen, Profile und Reinigungsstellen mit. Eine leichte Kunststofftür ist nicht automatisch die bessere Raumlösung, wenn sie täglich gegen den Waschtisch stößt.

Welche Variante passt zu welchem Bad?

Die Materialwahl hängt stark davon ab, wie das Bad genutzt wird und wie der Bestand aussieht. Ein dauerhaft bewohntes Eigenheim stellt andere Anforderungen als ein selten genutztes Gäste- oder Ferienbad.

Echtglas ist meist die bessere Wahl, wenn …

  • die Duschabtrennung viele Jahre ohne sichtbare Alterung funktionieren soll,
  • eine ruhige, hochwertige Optik gewünscht ist,
  • die Fläche glatt und vergleichsweise einfach zu reinigen sein soll,
  • der Untergrund stabil und tragfähig ist,
  • hochwertige Beschläge und eine präzise Montage eingeplant werden können,
  • die Dusche täglich von mehreren Personen genutzt wird.

ESG ist dabei der übliche Standard. 6 Millimeter können für viele Konstruktionen ausreichen, 8 Millimeter wirken steifer und werden häufig bei größeren oder rahmenarmen Elementen eingesetzt. 10 Millimeter kommen bei entsprechend anspruchsvollen Ausführungen zum Einsatz. Welche Stärke sinnvoll ist, hängt jedoch von Größe, Lagerung, Beschlägen und Konstruktion ab – nicht allein vom Wunsch nach möglichst viel Material.

Kunststoff kann die vernünftigere Wahl sein, wenn …

  • das Gewicht bei der Befestigung eine große Rolle spielt,
  • eine schnelle und preisbewusste Nachrüstung gefragt ist,
  • der Untergrund nicht ohne Weiteres für schwere Glaselemente ertüchtigt werden kann,
  • die Duschabtrennung in einem wenig genutzten Bad eingesetzt wird,
  • eine strukturierte Oberfläche Tropfen optisch weniger auffällig machen soll,
  • eine leichte Profilkonstruktion besser zum Raum passt.

Dann sollte die Oberfläche aber bewusst ausgewählt werden. Ein strukturiertes Dekor ist nicht automatisch hygienischer. Es versteckt den Schmutz nur besser, bis er sich in den Vertiefungen festsetzt. Wer wenig reinigen möchte, fährt oft mit einer möglichst glatten Oberfläche besser.

Der klare Vergleich: Optik gegen Alltagstauglichkeit?

Bei der Optik gewinnt Echtglas in vielen Bädern. Es lässt kleine Räume offener wirken, nimmt sich visuell zurück und passt zu modernen Fliesen ebenso wie zu einer klassischen Sanierung. Kunststoff kann ordentlich aussehen, insbesondere mit satinierten oder strukturierten Dekoren. Je nach Qualität erkennt man aber eher, dass es sich nicht um Glas handelt.

Bei der Haltbarkeit hat die Glasabtrennung ebenfalls die Nase vorn, solange die Konstruktion fachgerecht geplant und montiert ist. ESG ist nicht unzerstörbar, aber im Alltag kratzfester und unempfindlicher als viele Kunststoffoberflächen. Kunststoff punktet dagegen bei Gewicht, Transport und Anschaffungskosten.

Beim Pflegeaufwand kommt es weniger auf das Etikett „Glas“ oder „Kunststoff“ an als auf die konkrete Oberfläche und die Konstruktion. Glattes Glas mit wenigen Profilen ist meistens dankbarer als eine stark strukturierte Kunststoffwand mit vielen Rillen. Eine schlecht entwässerte Glasführung kann allerdings genauso lästig werden wie ein billiges Kunststoffprofil.

Für die typische Badsanierung im Eigenheim lautet mein Urteil daher: Echtglas aus ESG ist die bessere langfristige Lösung, wenn Wand, Boden und Budget eine saubere Montage zulassen. Die höhere Investition bezahlt man nicht nur für die Optik, sondern für Stabilität, Kratzfestigkeit und eine dauerhaft ruhige Oberfläche.

Kunststoff ist kein Pfuschmaterial. Es ist eine sinnvolle Lösung für bestimmte Einbausituationen – vor allem, wenn Gewicht, Nachrüstung und Anschaffungskosten stärker zählen als die maximale Wertigkeit. Man sollte nur nicht erwarten, dass eine günstige Kunststoffkabine dieselbe Robustheit und Alterungsresistenz wie eine ordentlich ausgeführte Glasabtrennung mitbringt.

Mein Fazit für die Materialwahl

Wer eine Duschabtrennung für ein täglich genutztes Bad plant und den Untergrund sauber vorbereiten kann, ist mit ESG-Glas meistens besser bedient. 6, 8 oder 10 Millimeter, passende Beschläge, tragfähige Befestigung und ein guter Wasserablauf ergeben eine Konstruktion, die viele Jahre grundsolide funktionieren kann. Die Glasfläche lässt sich einfach abziehen, bleibt bei richtiger Pflege ansehnlich und wirkt im Raum nicht unnötig schwer.

Kunststoff spielt seine Vorteile dort aus, wo Glas baulich oder finanziell über das Ziel hinausschießt. Bei einer Nachrüstung im Altbau, einer leichten Kabine oder einem knapp kalkulierten Gäste-Bad kann das Material genau richtig sein. Dann aber bitte mit passenden Reinigungsmitteln, einer möglichst pflegefreundlichen Oberfläche und ordentlichen Profilen – nicht mit der billigsten Ausführung aus dem Karton.

Die Entscheidung sollte also nicht lauten: Was sieht im Prospekt besser aus? Sondern: Welche Duschabtrennung passt zu Untergrund, Nutzung und Pflegeverhalten dieses konkreten Bades? Wer diese drei Punkte ehrlich beantwortet, landet selten bei einer Fehlentscheidung. Und erspart sich später das, was auf der Baustelle keiner braucht: Nachbesserungen, nasse Fugen und eine Duschkabine, die schon beim Öffnen der Tür klappert.

Häufige Fragen

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Glas und Kunststoff bei Duschabtrennungen?
Glas ist formstabil, kratzfest und langlebig, bringt jedoch ein hohes Gewicht mit sich. Kunststoff ist deutlich leichter und preiswerter, aber anfälliger für Kratzer und erfordert bei der Reinigung spezielle, lösungsmittelfreie Mittel.
Ist Echtglas bei einem Bruch gefährlich?
Nein, Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) zerfällt bei einem Bruch in kleine, weitgehend stumpfe Krümel, was das Verletzungsrisiko im Vergleich zu herkömmlichem Flachglas deutlich reduziert.
Eignet sich Kunststoff besser für die Nachrüstung im Altbau?
Ja, Kunststoff kann bei der Nachrüstung vorteilhaft sein, da das geringere Gewicht die Wandbefestigungen und Profile weniger belastet, was besonders bei unklaren Wandaufbauten im Altbau hilfreich ist.
Welche Glasstärke ist für eine Duschabtrennung üblich?
Für Duschabtrennungen aus Einscheiben-Sicherheitsglas sind Stärken von 6, 8 oder 10 Millimetern üblich.
Warum sind strukturierte Kunststoffoberflächen nicht unbedingt pflegeleichter?
Obwohl strukturierte Oberflächen Wassertropfen optisch kaschieren, können sich Kalk und Seifenreste in den Vertiefungen sammeln, was die Reinigung mit der Zeit erschweren kann.