Schallschutz im Trockenbau: Metall- vs. Holzständer im Test

Eine Trennwand kann sauber verspachtelt, gerade ausgerichtet und optisch völlig unauffällig sein – und akustisch trotzdem versagen.

Schallschutz im Trockenbau: Metall- vs. Holzständer im Test

Das zeigt sich spätestens dann, wenn Gespräche aus dem Nachbarraum verständlich bleiben, Schritte durch die Wand dringen oder die Wohnungstür im Flur jedes Mal das Schlafzimmer aufweckt. Beim Trockenbau entscheidet deshalb nicht allein die Dicke der Gipsplatten und auch nicht die Dämmrolle im Hohlraum über die Ruhe. Entscheidend ist, wie gut die beiden Wandseiten voneinander entkoppelt sind.

Das Ständerwerk spielt dabei eine zentrale Rolle. Es bildet die Verbindung zwischen den Beplankungen und kann den Körperschall entweder wirksam bremsen oder nahezu ungehindert weiterleiten. Genau hier liegt der wesentliche Unterschied zwischen Metall- und Holzständern. Wer den Schallschutz einer Trockenbauwand plant, kommt an dieser Entscheidung nicht vorbei.

Physikalische Grundlagen: Warum das Ständerwerk den Schallfluss bestimmt

Eine Trockenbauwand arbeitet grundsätzlich nach dem Masse-Feder-Masse-Prinzip. Die beiden Gipsplattenschalen bilden die Massen. Der Hohlraum dazwischen wirkt als Feder, die mit Mineralwolle oder einem vergleichbaren Dämmstoff bedämpft wird. Treffen Schallwellen auf die erste Beplankung, wird ein Teil der Energie reflektiert, ein Teil versetzt die Platte in Schwingung. Die Konstruktion soll verhindern, dass diese Schwingung direkt auf die zweite Wandseite übertragen wird.

Genau an dieser Stelle kann das Ständerwerk zum Problem werden. Die Profile oder Holzständer verbinden die beiden Schalen konstruktiv miteinander. Jeder Kontakt, jede Schraube und jede starre Anschlussstelle kann eine Schallbrücke bilden. Der Schall nimmt dann nicht den Weg durch die gedämmte Hohlraumebene, sondern wandert über das tragende Bauteil weiter. Physiker sprechen von Körperschallübertragung. Auf der Baustelle heißt das schlicht: Die Wand koppelt.

Die Ständerprofile sind das Skelett der Wand. Was nützt die dickste Beplankung, wenn das Skelett den Schall von einer Seite zur anderen trägt?

Das Massegesetz hilft bei der Einordnung. Wird die flächenbezogene Masse eines Bauteils verdoppelt, kann sich die Schalldämmung rechnerisch um etwa 5 bis 6 dB verbessern. Das klingt zunächst nach einem kleinen Wert, ist wegen der logarithmischen Bewertung aber erheblich. Eine Veränderung um 10 dB wird vom menschlichen Gehör ungefähr als Halbierung oder Verdoppelung der Lautstärke wahrgenommen – abhängig davon, ob der Pegel sinkt oder steigt.

Eine zusätzliche Plattenlage kann deshalb viel bewirken. Sie löst aber nicht automatisch das grundlegende Kopplungsproblem. Wenn beide Beplankungen an einem steifen, durchgehenden Holzsteg hängen, bleibt die Schallbrücke bestehen. Der eigentliche akustische Hebel liegt in der Entkopplung: Die beiden Schalen müssen möglichst unabhängig voneinander schwingen können.

Dabei ist eine Trockenbauwand immer als Gesamtsystem zu betrachten. Platte, Profil, Dämmstoff, Schrauben, Randanschlüsse und angrenzende Bauteile beeinflussen sich gegenseitig. Ein einzelnes besonders gutes Produkt macht aus einem ungünstigen Aufbau noch keine gute Trennwand.

Metallständer im Fokus: Entkopplung und Profile für den Schallschutz

Metallprofile, typischerweise CW-Profile aus verzinktem Stahlblech, sind dünnwandig und im Vergleich zu massiven Holzständern nachgiebiger. Diese Eigenschaft ist für den Schallschutz hilfreich. Das Profil stellt zwar ebenfalls eine Verbindung zwischen den Beplankungen her, überträgt Schwingungen aber nicht in gleicher Weise wie ein massiver Holzsteg. Ein Teil der Schallenergie wird in der verformbaren Blechstruktur gedämpft.

Bei einem ansonsten vergleichbaren Aufbau können Metallständerwände deshalb deutlich bessere Schalldämmwerte erreichen als einfache Holzständerwände. Die Differenz lässt sich allerdings nicht pauschal für jede Konstruktion mit einem festen dB-Wert angeben. Profilbreite, Blechdicke, Plattenaufbau, Dämmstoff, Befestigung und Anschlüsse verändern das Ergebnis. Wer mit einem angeblichen Vorteil von genau acht oder zehn Dezibel wirbt, ohne den vollständigen Wandaufbau zu nennen, macht es sich zu einfach.

Für höhere Anforderungen kommen Konstruktionen mit akustisch optimierten Profilen oder getrennten Ständerreihen infrage. Bei speziellen Profilen kann die Blechform so gestaltet sein, dass die Übertragung von Schwingungen reduziert wird. Maßgeblich ist dabei immer der geprüfte Systemaufbau – nicht die Bezeichnung des einzelnen Profils. Die Bezeichnung „LaGyp“ von Siniat steht beispielsweise für ein System beziehungsweise eine Produktfamilie und sollte nicht fälschlich als Name einer bestimmten Profilgeometrie verwendet werden. Ob ein Aufbau akustisch geeignet ist, ergibt sich aus den jeweiligen technischen Unterlagen und Prüfwerten des Gesamtsystems.

Noch wirksamer ist ein Doppelständerwerk. Dabei stehen zwei voneinander getrennte Reihen von CW-Profilen parallel nebeneinander. Zwischen den Reihen bleibt ein Abstand, sodass die Beplankung der einen Wandseite nicht starr mit der Beplankung der anderen Seite verbunden ist. Der Hohlraum wird vollständig mit einem geeigneten Dämmstoff ausgefüllt; die beiden Plattenpakete bleiben konstruktiv getrennt.

Bei Wohnungstrennwänden, Hotelzimmern, Musikräumen oder Arbeitsbereichen mit erhöhtem Ruheanspruch ist dieser Aufbau häufig sinnvoller als eine einzelne, besonders dicke Beplankung. Mit passenden Systemplatten, sorgfältig ausgeführten Anschlüssen und einer konsequenten Trennung der beiden Schalen können sehr hohe Schalldämmwerte erreicht werden. Entscheidend bleibt aber, dass die Werte für den konkreten Aufbau gelten und nicht aus einzelnen Bauteilen zusammengerechnet werden.

ParameterMetallständer, einfacher AufbauMetallständer, optimierter AufbauHolzständer, einfacher Aufbau
Akustisches GrundprinzipNachgiebige Verbindung zwischen den PlattenschalenMöglichst weitgehende Entkopplung der SchalenSteifere Verbindung über den Holzsteg
KörperschallübertragungIm Vergleich meist geringerBei getrennten Ständerreihen besonders geringTendenziell höher
Einfluss der MontageDeutlich vorhanden, aber gut beherrschbarSehr hoch, weil jede zusätzliche Verbindung die Entkopplung schwächtBesonders hoch bei starren oder flächigen Verbindungen
Typische AnwendungInnenwände, Büros, einfache WohnungstrennwändeWohnungstrennwände, Hotels, hochwertige InnenausbautenHolzbau, Dachgeschoss, konstruktiv vorgegebene Holzrahmen
Sinnvolle BeplankungEine oder mehrere Lagen je SeiteMehrlagig und systemgerecht verschraubtMehrlagig, bevorzugt verschraubt und entkoppelt
Wichtigster PlanungsfehlerProfile oder Anschlüsse akustisch zu starr ausführenDie getrennten Schalen durch Details wieder verbindenDie Steifigkeit des Holzständers unterschätzen

Ein Metallständerwerk ist dabei kein Freibrief für schlechte Ausführung. Werden die Profile direkt und ohne geeignete Randdämmstreifen an massive Bauteile angeschlossen, geht ein Teil des Vorteils verloren. Gleiches gilt für Schrauben, die versehentlich beide Schalen miteinander verbinden, oder für Installationen, die durch den gesamten Wandquerschnitt geführt werden.

Herausforderung Holzständer: Körperschallübertragung und Montageeinflüsse

Holz ist im Innenausbau keineswegs grundsätzlich ungeeignet. Es ist tragfähig, verfügbar, einfach zu bearbeiten und im Holzbau häufig konstruktiv ohnehin vorhanden. Das akustische Problem liegt in seiner Steifigkeit. Ein massiver Holzständer bildet eine deutlich direktere Verbindung zwischen den beiden Beplankungsseiten als ein dünnwandiges Metallprofil.

Bei identischem Platten- und Dämmstoffaufbau kann eine Holzständerwand deshalb schlechter abschneiden als eine vergleichbare Metallständerwand. Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt von der Konstruktion ab. Holzart, Querschnitt, Ständerabstand, Plattenlagen und Befestigung spielen ebenso hinein wie die Frage, ob die Wand nur eine einzelne Beplankungsebene oder eine entkoppelte Vorsatzschale besitzt.

Besonders kritisch ist die Art der Plattenbefestigung. Eine Verschraubung verbindet die Platte punktuell mit dem Ständer. Das ist akustisch in der Regel günstiger als eine flächige Verklebung. Klammern können je nach geprüftem System ebenfalls funktionieren, sollten aber nicht automatisch mit einer beliebigen Schraubbefestigung gleichgesetzt werden. Eine flächige Verleimung der Beplankung mit dem Holzständer kann dagegen die wirksame Kopplungsfläche vergrößern und damit eine zusätzliche Schallbrücke erzeugen.

Das Problem wird oft erst nach dem Einzug sichtbar. Während der Bauphase wirkt eine Wand aus Holzständern stabil und massiv. Sobald im angrenzenden Raum gesprochen, gegangen oder eine Tür geschlossen wird, zeigt sich, ob die Konstruktion akustisch ausreichend getrennt ist. Eine nachträgliche Verbesserung ist dann möglich, aber meistens aufwendiger als eine saubere Planung vor der ersten Beplankung. Platten müssen entfernt, Anschlüsse geöffnet und Installationen neu geordnet werden. Der Aufwand ist gegenüber einer sorgfältig geplanten Erstmontage deutlich erhöht.

Für den Schallschutz im Holzbau gibt es mehrere konstruktive Wege:

  • Eine entkoppelte Vorsatzschale kann die direkte Verbindung zwischen bestehender Wand und neuer Beplankung reduzieren.
  • Federschienen schaffen eine zusätzliche elastische Ebene, sofern sie korrekt befestigt und nicht durch ungeplante Schrauben starr überbrückt werden.
  • Zwei getrennte Ständerreihen können auch im Holzbau eine wirksame akustische Trennung erzeugen.
  • Mehrlagige Beplankungen erhöhen die Masse der Schalen und verbessern die Dämpfung.
  • Eine sorgfältig dimensionierte Hohlraumdämmung reduziert Resonanzen, ersetzt aber nicht die Entkopplung.
  • Durchlaufende Bauteile, etwa Installationshölzer oder falsch gesetzte Befestigungsmittel, müssen vermieden werden.

Die wichtigste Regel lautet: Im Holzbau muss die konstruktive Steifigkeit gezielt aus dem Schallweg herausgenommen werden. Nur mehr Dämmstoff in denselben starren Hohlraum zu legen, reicht dafür nicht.

DIN 4109 und die Praxis: Planungssicherheit bei Wohnungstrennwänden

In Nordrhein-Westfalen und im übrigen Deutschland bildet die DIN 4109 den maßgeblichen Rahmen für den Schallschutz im Hochbau. Für Wohnungstrennwände zwischen zwei Nutzungseinheiten gilt als zentrale Anforderung ein bewertetes Schalldämm-Maß von mindestens 53 dB im eingebauten Zustand am fertigen Bauteil. Diese Anforderung bezieht sich nicht auf eine einzelne Gipsplatte und auch nicht auf einen isolierten Laboraufbau, sondern auf die bauakustische Leistung der fertigen Trennsituation.

Genau diese Unterscheidung sorgt in der Praxis regelmäßig für Missverständnisse. Ein Prüfstandswert beschreibt einen kontrollierten Aufbau unter definierten Bedingungen. Auf der Baustelle kommen dagegen Flankenübertragungen, Anschlussdetails, Durchdringungen und handwerkliche Abweichungen hinzu. Zwischen dem Laborwert und dem tatsächlich erreichten Wert am Bau kann deshalb eine Differenz von etwa 3 bis 5 dB liegen.

Typische Schwachstellen sind:

  • Anschlussfugen zur Rohdecke oder zum Boden, die nicht vollständig geschlossen sind,
  • fehlende oder unterbrochene Randdämmstreifen,
  • Steckdosen, die Rücken an Rücken in derselben Wandachse sitzen,
  • Rohrleitungen und Kabel, die beide Schalen durchdringen,
  • direkte Befestigungen, die eine entkoppelte Konstruktion wieder versteifen,
  • flankierende Wände, Decken oder Böden mit ungünstigen Schallwegen,
  • Fugen zwischen Platten, Profilen und angrenzenden Bauteilen,
  • ein Dämmstoff, der unvollständig, zusammengedrückt oder mit offenen Stellen eingebaut wurde.

Wer Planungssicherheit braucht, sollte deshalb nicht nur den Prospektwert eines Bauteils betrachten. Sinnvoll ist eine Konstruktion, deren geprüfter Wert ausreichend Abstand zur Mindestanforderung lässt. Das ist keine pauschale Aussage, wonach die DIN 4109 selbst ausdrücklich eine bestimmte Reserve empfiehlt. Es ist eine planerische Vorsichtsmaßnahme, um unvermeidbare Einflüsse der Ausführung und der flankierenden Bauteile besser abzufangen.

Bei einer Anforderung von 53 dB kann es daher vernünftig sein, einen Systemaufbau mit einem höheren Laborwert zu wählen, statt die Konstruktion exakt auf die Mindestzahl zu dimensionieren. Wie groß der Abstand sein sollte, hängt vom Gebäude, den Anschlüssen und der erwarteten Ausführungsqualität ab. Ein pauschaler Sicherheitszuschlag ersetzt keine bauakustische Planung.

Was im Prüfstand gemessen wird, kommt nicht automatisch auf der Baustelle an. Anschlüsse, Flanken und Durchdringungen entscheiden mit darüber, ob aus einem guten Laborwert auch eine ruhige Wohnung wird.

Auch ein Leistungsverzeichnis sollte diese Unterscheidung sauber abbilden. Die Formulierung „geprüfter Schalldämmwert“ sagt allein noch nicht, unter welchen Bedingungen geprüft wurde. Entscheidend sind der vollständige Wandaufbau, die Plattentypen, die Profilabstände, die Dämmstofflage, die Anschlussdetails und die Frage, ob ein Laborwert oder ein Wert für die Bauausführung gemeint ist.

Gerade bei Wohnungstrennwänden reicht es nicht, eine Standard-Innenwand aus dem Trockenbauprogramm auszuwählen und nachträglich eine zusätzliche Platte einzukalkulieren. Die Wand muss als System geplant werden. Das betrifft auch die Übergänge zu Decke und Boden. Eine akustisch gute Wand, die auf einem durchlaufenden Estrich mit starren Anschlüssen steht oder an eine schalltechnisch ungünstige Flankenwand anschließt, kann ihre rechnerische Qualität in der fertigen Wohnung nicht vollständig ausspielen.

Optimierungsstrategien: Masse-Feder-Prinzip und Systemaufbauten richtig nutzen

Wer eine Trockenbauwand schallschutztechnisch verbessern will, sollte nicht bei der Dämmstoffdicke anfangen. Die Reihenfolge der Überlegungen ist wichtiger als das vermeintlich beste Einzelprodukt.

1. Mehr Masse gezielt einsetzen

Eine zweite Beplankungslage erhöht die flächenbezogene Masse und kann die Schalldämmung deutlich verbessern. Dabei sollten die Fugen der einzelnen Lagen versetzt angeordnet werden. Sonst entstehen durchgehende Fugen, die die Wirkung des Plattenpakets schwächen. Unterschiedliche Plattentypen können je nach System sinnvoll sein, entscheidend ist jedoch der geprüfte Aufbau.

Mehr Masse hat Grenzen. Wird die zusätzliche Platte an eine weiterhin starre Schallbrücke montiert, bleibt der Übertragungsweg bestehen. Die zusätzliche Lage verbessert dann zwar die Schale, beseitigt aber nicht die Ursache des Problems.

2. Die beiden Schalen entkoppeln

Entkopplung ist häufig wirksamer als eine beliebige Verdickung der Beplankung. Getrennte Ständerreihen, Federschienen oder eine korrekt geplante Vorsatzschale unterbrechen den direkten Schallweg. Bei solchen Konstruktionen muss jedes Detail dieselbe Logik verfolgen. Eine einzelne starre Verbindung kann die Wirkung der gesamten Entkopplung reduzieren.

Das gilt besonders für Installationen. Leitungen sollten nicht ohne akustische Planung durch beide Schalen geführt werden. Auch eine Schraube, die durch die Beplankung der einen Seite bis in das Profil oder die Konstruktion der gegenüberliegenden Seite reicht, kann die Trennung verschlechtern.

3. Den Hohlraum vollständig und passend dämmen

Mineralwolle, Glaswolle oder andere geeignete Dämmstoffe wirken im Hohlraum als Absorber. Sie reduzieren die Resonanz des Masse-Feder-Masse-Systems und verhindern, dass sich die Luft im Hohlraum ungedämpft aufschaukelt. Der Dämmstoff sollte den Hohlraum vollständig ausfüllen, darf aber nicht so stark zusammengedrückt werden, dass sich seine akustischen Eigenschaften verschlechtern.

Mehr Dämmstoff ist trotzdem kein Ersatz für ein geeignetes Ständerwerk. Eine schlecht entkoppelte Holzständerwand wird nicht allein dadurch zur leistungsfähigen Trennwand, dass die Hohlräume dichter gefüllt werden. Der Absorber kann die Feder dämpfen; er kann den starren Holzsteg aber nicht aus dem Schallweg entfernen.

4. Randanschlüsse sorgfältig ausführen

Schall findet kleinste Nebenwege. Deshalb gehören Trennstreifen unter UW-Profile und an seitliche Anschlüsse zu einer sauberen Ausführung. Fugen müssen dauerhaft geschlossen werden, ohne die Entkopplung durch starre Materialien wieder aufzuheben. Eine dauerelastische Anschlussfuge ist dabei kein kosmetischer Abschluss, sondern Bestandteil der akustischen Konstruktion.

Die Profile dürfen außerdem nicht unkontrolliert an angrenzende Bauteile gedrückt oder verschraubt werden. Jeder Anschluss muss zum gewählten System passen. Besonders bei Vorsatzschalen und Federschienen ist darauf zu achten, dass die Befestigungsmittel nicht versehentlich den ursprünglichen starren Bauteilkontakt wiederherstellen.

5. Flankenübertragung von Anfang an mitplanen

Die beste Trockenbauwand kann nicht verhindern, dass der Schall über Decke, Boden oder angrenzende Wände in den Nachbarraum gelangt. Bei Wohnungstrennwänden ist deshalb nicht nur der Wandquerschnitt entscheidend. Auch die flankierenden Bauteile müssen ausreichend leistungsfähig sein.

Eine durchlaufende Massivdecke, ein Estrich ohne Trennung oder eine leichte Installationswand neben der eigentlichen Trennwand können die Gesamtleistung begrenzen. Das erklärt, warum ein Laborwert nicht einfach auf jede Baustellensituation übertragen werden kann. Der Schallschutz ist eine Eigenschaft des gesamten Anschlussdetails, nicht nur der Fläche zwischen den Profilen.

6. Öffnungen und Einbauten akustisch behandeln

Steckdosen sollten nicht Rücken an Rücken angeordnet werden. Bei erhöhten Anforderungen sind Installationszonen, Vorsatzschalen oder speziell abgestimmte Gerätedosen sinnvoll. Rohrleitungen brauchen Abstand zu den Beplankungen und dürfen nicht ungedämmt durch mehrere Schalen geführt werden.

Auch Türen verdienen Aufmerksamkeit. Eine leichte Innentür mit großen Fugen kann den Schallschutz einer ansonsten guten Trennwand deutlich begrenzen. Gleiches gilt für Lüftungsöffnungen, Revisionsklappen und Durchführungen. Es ist wenig sinnvoll, den Wandaufbau auf hohe Schalldämmung zu optimieren und anschließend eine große, akustisch offene Schwachstelle einzubauen.

Metallständer oder Holzständer: Was auf der Baustelle wirklich entscheidet

Für den direkten Vergleich lässt sich eine klare Tendenz formulieren: Ein Metallständerwerk bietet im Trockenbau meist die besseren Voraussetzungen für eine schlanke, entkoppelte Konstruktion. Die dünnwandigen Profile übertragen den Körperschall bei vergleichbarem Aufbau in der Regel weniger stark als massive Holzständer.

Das bedeutet nicht, dass jedes Metallprofil automatisch besser ist als jede Holzkonstruktion. Eine sauber geplante Holzständerwand mit getrennten Schalen, mehrlagiger Beplankung und passenden Anschlussdetails kann eine einfache Metallständerwand übertreffen. Umgekehrt kann ein schlecht montiertes Metallständerwerk mit starren Anschlüssen und durchgehenden Installationen akustisch enttäuschen.

Die Entscheidung sollte deshalb von der Nutzung und dem geplanten Wandaufbau ausgehen:

  • Für eine gewöhnliche Innenwand ohne besonderen Schallschutzanspruch genügt häufig ein einfacher Metall- oder Holzaufbau.
  • Bei Wohnungstrennwänden ist ein geprüfter Systemaufbau mit ausreichender Reserve zur Mindestanforderung sinnvoll.
  • Im Dachgeschoss kann Holz konstruktiv vorgegeben sein; dann sollte die Entkopplung besonders sorgfältig geplant werden.
  • Bei Musik-, Arbeits- oder Schlafräumen sind getrennte Schalen und kontrollierte Anschlüsse wichtiger als die reine Profilbezeichnung.
  • Bei Sanierungen muss geprüft werden, ob die vorhandene Konstruktion bereits Schall über Flanken oder Installationen weiterleitet.

Für einen hochwertigen Schallschutz ist eine Doppelständerkonstruktion aus Metallprofilen mit ausreichendem Abstand, vollständig ausgefülltem Hohlraum und mehrlagiger Beplankung je Seite ein überzeugender Ansatz. Die Platten werden getrennt befestigt, die Randanschlüsse sauber ausgebildet und die Installationen so geführt, dass sie die beiden Schalen nicht verbinden. Damit lässt sich ein hoher Schallschutz erreichen, ohne die Konstruktion unnötig kompliziert zu machen.

Fazit

Wer im klassischen Trockenbau eine schalltechnisch leistungsfähige Trennwand plant, ist mit einem Metallständerwerk häufig auf der sichereren Seite. Der Grund ist nicht eine Vorliebe für Stahl, sondern die Physik: Dünnwandige Metallprofile koppeln die beiden Beplankungen weniger stark als massive Holzständer. Dadurch lässt sich das Masse-Feder-Masse-Prinzip besser ausnutzen.

Holzständer haben trotzdem ihre Berechtigung – im Holzbau, im Dachgeschossausbau und überall dort, wo die Konstruktion oder die Materialwahl sie nahelegt. Dann braucht die Wand aber eine konsequente akustische Planung. Entkopplung, mehrlagige Beplankung, eine passende Hohlraumdämmung und sorgfältige Anschlüsse sind keine Zusatzdetails, sondern die eigentliche Grundlage des Schallschutzes.

Am Ende zählt nicht die Werbeaussage auf dem Datenblatt, sondern der fertige Aufbau. Metall oder Holz ist daher nur die erste Entscheidung. Ob eine Trockenbauwand ruhig bleibt, entscheidet sich an den Schalen, den Verbindungen und den Anschlüssen. Wenn diese Punkte stimmen, kann Metall seine Vorteile ausspielen – und auch Holz muss nicht zum akustischen Schwachpunkt werden.

Häufige Fragen

Warum sind Metallständer beim Schallschutz oft besser als Holzständer?
Metallprofile sind dünnwandig und nachgiebiger, wodurch sie Schwingungen weniger stark übertragen als die steiferen, massiven Holzständer.
Was ist bei der Montage einer Trockenbauwand für den Schallschutz am wichtigsten?
Die beiden Wandseiten müssen konstruktiv voneinander entkoppelt werden, um die Übertragung von Körperschall über das Ständerwerk zu verhindern.
Reicht mehr Dämmstoff im Hohlraum für eine bessere Schalldämmung aus?
Nein, der Dämmstoff dient lediglich zur Dämpfung von Resonanzen im Hohlraum, kann aber eine starre Verbindung durch das Ständerwerk nicht ausgleichen.
Warum unterscheiden sich Laborwerte von der tatsächlichen Schalldämmung am Bau?
Auf der Baustelle beeinflussen zusätzliche Faktoren wie Flankenübertragungen, Anschlussdetails, Durchdringungen und die Ausführungsqualität das Ergebnis, die im Labor nicht vorhanden sind.
Wie lässt sich der Schallschutz bei einer Holzständerwand verbessern?
Durch den Einsatz von entkoppelten Vorsatzschalen, Federschienen, getrennten Ständerreihen oder einer mehrlagigen Beplankung kann die akustische Trennung optimiert werden.