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Grundstückspreise in NRW: Warum der Markt 2026 wieder anzieht

Wer in Nordrhein-Westfalen 2026 ein Baugrundstück kaufen will, zahlt in den meisten Regionen drauf – nur über die Höhe entscheidet der Standort.

Grundstückspreise in NRW: Warum der Markt 2026 wieder anzieht

Der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte in NRW hat jetzt den Grundstücksmarktbericht 2026 vorgelegt, der einen Anstieg des Geldumsatzes auf 46,01 Milliarden Euro ausweist, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders Baugrundstücke für den individuellen Wohnungsbau verteuerten sich deutlich – die Preisspanne aber macht jede pauschale Planung zunichte.

Was die Zahlen konkret bedeuten

Im Berichtszeitraum 01.01.2025 bis 31.12.2025 registrierten die Gutachterausschüsse in NRW 124.201 Kauffälle über bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Wohnungs- und Teileigentum, rund 11.000 mehr als im Vorjahr. Der Flächenumsatz erreichte 163,09 Quadratkilometer. Geldumsatz und Fallzahl stiegen in nahezu allen Teilmärkten, lediglich Baugrundstücke für den Geschosswohnungsbau hielten ihr Niveau, Baugrundstücke für Gewerbe und Industrie verzeichneten sowohl bei Fallzahlen als auch bei Preisen einen Rückgang.

Für angehende Bauherren entscheidend ist das Segment der unbebauten Baugrundstücke für den individuellen Wohnungsbau. Hier wuchs der Geldumsatz um 39 Prozent, die Zahl der Kauffälle stieg um 18 Prozent. Im Schnitt verteuerten sich solche Grundstücke um zwei Prozent, die Bandbreite lag zwischen null und plus 15 Prozent. Genau diese Spreizung ist der entscheidende Befund für jedes laufende Vorhaben: Der Bundesdurchschnitt hilft Ihnen in Ihrer Kommune nicht weiter.

Bauen wird teurer – aber nicht überall gleich

Die regionalen Unterschiede sind 2025 so groß wie lange nicht. In Düsseldorf kostete erschlossenes Bauland für den individuellen Wohnungsbau in mittlerer Wohnlage 1.100 Euro pro Quadratmeter, weitere Städte entlang der Rheinschiene liegen ab 650 Euro. Im Gegenzug finden sich Bauherren, die in der Eifel, im Sauer- und Siegerland oder in Ostwestfalen/Lippe Bauland in mittlerer Wohnlage noch unter 50 Euro pro Quadratmeter erwerben können.

Auch der Bestand zieht an: Bei Ein- und Zweifamilienhäusern stieg der Geldumsatz landesweit um 13 Prozent, die Preise legten im Schnitt um drei Prozent zu. Eigentumswohnungen im Erstverkauf verteuerten sich um sieben Prozent, die höchsten Preise zahlten Käufer in Düsseldorf mit rund 7.040 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Münster (6.615 Euro), Köln (6.490 Euro) und Bonn (6.295 Euro). Bei landwirtschaftlichen Flächen verteuerten sich die Kreise um acht Prozent, bei forstwirtschaftlichen Grundstücken um sieben Prozent.

Worauf Sie jetzt achten müssen

Der Marktbericht ist ein Rückblick auf 2025, keine Prognose für 2026. Die Trendwende ist dokumentiert, nicht angekündigt. Prüfen Sie deshalb jedes Vorhaben anhand dieser Punkte:

  • Fordern Sie den aktuellen Bodenrichtwert Ihrer Kommune vor jeder Reservierung schriftlich an.
  • Trennen Sie den Kaufpreis konsequent von den Erschließungs- und Anschlusskosten – der niedrige Quadratmeterpreis im ländlichen Raum verführt sonst zu einer trügerischen Gesamtkalkulation.
  • Kalkulieren Sie mit einer Preissteigerungsreserve von drei Prozent pro Jahr, bei Eigentumswohnungen mit fünf bis sieben Prozent.
  • Lassen Sie die Bauleistungsbeschreibung Anbindung, Infrastruktur und Folgekosten vollständig abdecken, gerade wenn das Bauland unter 50 Euro pro Quadratmeter kostet.

Wer jetzt auf den nächsten Rückgang wartet, kauft 2027 zum Preis von 2029. Die Erholung ist keine Vorahnung – sie steht bereits im Zahlenwerk der Gutachter.